OpenClaw: Der Personal AI Assistant, der Siri hätte sein sollen
OpenClaw ist ein Open-Source KI-Assistent, der auf dem eigenen Rechner läuft und per WhatsApp oder Telegram steuerbar ist. Was das für Unternehmer und Berater bedeutet.
Seit Jahren verspricht uns die Tech-Branche den perfekten persönlichen Assistenten. Siri, Alexa, Google Assistant — alle enttäuschend, sobald die Anforderungen über „Timer stellen" hinausgehen. Jetzt gibt es ein Open-Source-Projekt, das dieses Versprechen tatsächlich einlöst: OpenClaw.
Was ist OpenClaw?
OpenClaw ist ein KI-Assistent, der auf dem eigenen Computer (oder Server) läuft — nicht in der Cloud eines Tech-Konzerns. Man kommuniziert mit ihm über WhatsApp, Telegram, Discord oder iMessage — also genau dort, wo man ohnehin den ganzen Tag schreibt.
Der Unterschied zu ChatGPT oder Copilot: OpenClaw kann tatsächlich Dinge tun. Nicht nur Texte generieren, sondern:
- E-Mails lesen und beantworten (Gmail, Outlook)
- Kalender verwalten (Termine erstellen, verschieben, erinnern)
- Flüge einchecken
- Dateien auf dem Rechner verarbeiten
- Websites erstellen und deployen
- Sich selbst neue Fähigkeiten beibringen (über sogenannte „Skills")
Das Projekt stammt von Peter Steinberger, einem bekannten iOS-Entwickler aus Wien. Es ist Open Source, hat eine rasant wachsende Community und wird aktiv weiterentwickelt.
Warum das für Unternehmer relevant ist
1. Es läuft auf Ihrer Infrastruktur
Keine Daten fließen an OpenAI, Google oder Microsoft — es sei denn, Sie wollen es so konfigurieren. OpenClaw läuft auf Ihrem Mac Mini, einem Raspberry Pi oder einem Server bei Hetzner. Das ist ein massiver Vorteil für DSGVO-Konformität, weil die Verarbeitung lokal stattfindet.
Sie können sogar lokale LLMs nutzen (z.B. über Ollama), womit keinerlei Daten Ihren Rechner verlassen.
2. Es ersetzt nicht ein Tool — es verbindet alle
Der typische Unternehmer jongliert zwischen E-Mail, Kalender, CRM, Buchhaltung, Projektmanagement und Chat. OpenClaw sitzt als Schicht darüber und verbindet diese Systeme. Statt in fünf Apps zu springen, schicken Sie eine WhatsApp-Nachricht:
„Verschiebe mein Meeting mit Müller auf Donnerstag 14 Uhr und schick ihm eine kurze Info-Mail."
Und es passiert.
3. Es lernt dazu — durch Sie
OpenClaw hat ein persistentes Gedächtnis. Es merkt sich Kontexte, Vorlieben, häufige Abläufe. Und: Es kann sich selbst neue Skills beibringen. Wenn Sie eine Aufgabe beschreiben, die es noch nicht kann, baut es sich den passenden Workflow — und nutzt ihn beim nächsten Mal automatisch.
Das ist keine Science-Fiction. Es passiert jetzt, bei Tausenden von Nutzern weltweit.
Wo ich Potenzial für den Mittelstand sehe
Tagesstart-Briefing
Morgens eine Nachricht mit: Kalenderübersicht, offene E-Mails die Antwort brauchen, Erinnerungen an Fristen. Ohne eine App zu öffnen.
Reise-Management
Flüge einchecken, Hotel-Bestätigungen extrahieren, Reisekostenabrechnung vorbereiten — alles ausgelöst durch eine Chat-Nachricht.
Dokumenten-Verarbeitung
Rechnungen empfangen, relevante Daten extrahieren, in die richtige Ablage verschieben. Im Zusammenspiel mit bestehenden Tools wie dem ERP-System.
Proaktive Erinnerungen
OpenClaw hat sogenannte „Heartbeats" — es meldet sich von selbst, wenn etwas Ihre Aufmerksamkeit braucht. Nicht weil ein Timer abgelaufen ist, sondern weil es den Kontext versteht.
Die ehrliche Einschätzung
OpenClaw ist kein Produkt zum Installieren und Loslegen. Es richtet sich aktuell an technisch versierte Nutzer, die sich mit der Kommandozeile wohlfühlen. Die Einrichtung dauert 30–60 Minuten, und es braucht einen eigenen Rechner oder Server, der dauerhaft läuft.
Was es nicht ist:
- Kein fertiges SaaS-Produkt mit Support-Hotline
- Kein Ersatz für strukturierte Geschäftsprozesse
- Kein Tool, das ohne Konfiguration Wunder vollbringt
Was es ist:
- Der erste wirklich brauchbare persönliche KI-Assistent
- Open Source, also keine Vendor-Lock-in-Gefahr
- Self-hosted, also DSGVO-freundlich
- Erweiterbar ohne Programmierkenntnisse (Skills werden per Chat erstellt)
Mein Fazit
OpenClaw ist das, was passiert, wenn jemand die Vision eines persönlichen KI-Assistenten ernst nimmt — und die Umsetzung nicht einem Konzern überlässt, sondern der Community. Es ist noch früh, aber die Richtung stimmt.
Für Unternehmer, die bereit sind, etwas Zeit in die Einrichtung zu investieren (oder jemanden haben, der das für sie tut), ist OpenClaw ein Produktivitätshebel, der in dieser Form vor einem Jahr noch nicht existiert hat.
Ich werde OpenClaw in den kommenden Wochen intensiver testen und berichten, welche Anwendungsfälle im Beratungsalltag und für KMU-Geschäftsführer tatsächlich funktionieren.
Mehr zum Thema KI-Automatisierung im Mittelstand? In meinen Workshops zeige ich praktische Anwendungsfälle — ohne Hype, mit messbaren Ergebnissen.
→ Workshop: KI & Geschäftsprozesse
Quelle: openclaw.ai
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