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Bei einer Übernahme ist die Systemfrage entschieden, bevor das Projekt beginnt: Das Konzern-System gewinnt, die Daten müssen hinein, der Stichtag steht. Ob das Zielsystem dem Altsystem funktional überlegen ist, spielt dabei keine Rolle. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet die Disziplin im Vorgehen.

Die Konstellationen ähneln sich: Ein Konzern übernimmt einen Mittelständler, ein Geschäftsbereich wird aus einer Gruppe herausgelöst, mehrere Gesellschaften werden nach Zukäufen konsolidiert. Das Muster dahinter auch: undokumentierte Legacy-Systeme, inkompatible Kostenrechnung, ein Termin, der nicht verhandelbar ist. Genau dafür ist das Vorgehen aus meiner ERP-Migrations-Beratung gebaut.

Undokumentierte Legacy-Systeme

In gewachsenen Mittelständlern liegt Systemdokumentation selten vollständig vor. Die Discovery läuft dann als Reverse-Engineering: Schnittstellen, Custom-Felder und manuell gepflegte Tabellen werden einzeln nachvollzogen und dokumentiert. So bei der Integration eines übernommenen Beratungsunternehmens (80 Mitarbeiter) in eine Konzernlandschaft: Legacy undokumentiert, Cut-Over an einem Wochenende, Montag lief der Betrieb, kein Rollback (Fallstudie).

Kostenrechnung harmonisieren

Kaum eine M&A-Integration scheitert an der Technik des Datentransfers; sie scheitert an inkompatiblen Datenmodellen. Im genannten Fall mussten zwei unterschiedliche Kostenrechnungs-Modelle in die Konzern-Logik überführt werden: eine Mapping-Aufgabe, keine Konfigurationsfrage. Bei einem Pharma-Mittelständler (250 Mitarbeiter) stellte sich dieselbe Aufgabe ohne Übernahme, über gewachsene Divisionen mit separaten Systemen hinweg: drei Altsysteme mit unterschiedlichen Datenstrukturen, und Finance brauchte eine zentrale Reporting-Struktur. Dazu kam Widerstand in Operations, weil Fachbereichs-Manager Kontrollverlust fürchteten; sie wurden über Change-Management aktiv eingebunden statt übergangen. Die Konsolidierung auf ein SAP-System kam termingerecht im 2-Wellen-Go-Live.

Ein Wochenende oder zwei Wellen

Ob Big-Bang am Wochenende oder gestaffelter Go-Live, folgt aus der Konstellation, nicht aus einer Vorliebe. Beide Wege brauchen dasselbe Fundament: Discovery, Feld-für-Feld-Mapping, Testläufe gegen Echtdaten, definierte Abnahme-Kriterien. Wie das im M&A-Fall konkret ablief, steht im Artikel zum M&A-Cut-Over.

Der nächste Schritt kostet nichts.

30 bis 60 Minuten, unverbindlich: Wo liegt die größte Reibung, was ist der wirksamste Hebel, und passt eine Zusammenarbeit?